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Fritz Kuhr

lebenslauf
(aus der hand von fritz kuhr)

am 10. mai 1899 wird fritz kuhr in lüttich/bel-gien geboren.

ich malte bereits als 8jähriger mit eifer und energie.
1922    begegnung mit dem bedeutenden zeichner und holzschnitzer otto pankok. daraufhin gründung einer laienkünstlergruppe.
1923    besuch der großen bauhaus-ausstellung in weimar, die mich veranlaßte, als schüler und lehrling der malerei in das bauhous einzu¬treten.
1924    erste begegnung mit paul klee, dessen schüler ich dann bis 1930 war. gleichzeitig bekam ich kontakt mit w. kandinsky und 1. moholy¬nagy, die meine entwicklung posi¬tiv beeinflußten.
1925    übersiedlung mit dem bauhaus nach dessau.
1926    vertreter der studentenschaft im meisterrat des bauhauses bis ende 1928.
1927    gehilfenprüfung als wandmaler vor der handwerkskammer in dessau.
1928/29 mitarbeiter des werkstattleiters in
der werkstatt für wandmalerei des bauhauses in dessau unter dem jungmeister hinnerk scheper.
1929/30    lehrer für gegenständliches zeich-nen sowie für akt und porträt bzw. figur im 3und4. semester am bauhaus.
ende    in dessau kamen die nazis an die
1930    macht. ich entschloß mich, das bauhaus zu verlassen und nach berlin überzusiedeln.
1930    beteiligung mit acht werken an der wichtigen ausstellung „vision und formgesetz“.
1930 bis    internationale vertretung durch die
ende    galerie ferdinand möller in berlin.
1932    durch deren vermittlung beteili-gung an vielen internationalen ausstellungen mit größeren kollek¬tionen. alljährlich größere einzel-ausstellungen in der galerie f. möller, berlin.
1932    begegnung mit e.l. kirchner, der meiner arbeit seine besondere aufmerksamkeit zuwandte.
1934    diffamierung durch die n.s.d.a.p., die mich meines namens wegen zum juden abstempelte. nun ver¬
zichtete ich auf öffentliches auftre-ten. dafür: sorgsames autodidakti-sches naturstudium, um schwä-chen meiner entwicklung auszu-gleichen.
1936    bekanntschaft mit dem munch- und kirchnersammler reichsbankdirektor arnold budczies, der als freund bis zu seinem tode 1943 meine mate-rielle existenz sicherte. er erwarb während dieser schrecklichen zeit mehr als 100 graphische arbeiten sowie 10 gemälde meiner hand.
1933/44    arbeit als dekorationsmaler bei der fa. gustav neuhaus, was zur existenzerhaltung unbedingt nötig war. ich wurde vorwiegend für de-korative restaurierungsarbeiten in berliner museen eingesetzt.
1933    begegnung mit alois schardt, di-rektor der berliner nationalgalerie, der sich vergebens bemühte, die moderne bildende kunst vor dem zugriff der nazis zu retten.
1943    ausbombung und zerstörung des gesamten künstlerischen werkes.
1944    zweite ausbombung und einzie-hung zum kriegsdienst mit an-
schließender sowjetischer kriegs-gefangenschaft.
1946    vogelfreier maler in berlin. kein atelier, kein licht, kein papier. von leinwänden und ölfarben kaum zu reden, dennoch, neubeginn, er-möglicht durch die kameradschaft der gleichfalls leidenden kollegen.
1947    einzelausstellung in der galerie franz, berlin.
1948    berufung als hochschullehrer an die pädagogische abteilung der h.f.b.k. berlin, wo ich mich mit eifer der ausbildung von kunsterziehern widmete.
1948/71    alljährlich beteiligung an zahlrei-chen bedeutenden ausstellungen in berlin und westdeutschland, u.a. an der wanderausstellung der berliner neuen gruppe durch die
u.s.a.

am 25. februar 1975 stirbt fritz kuhr in berlin.
ab 19
fritz kuhr * lebensdaten
10. 5. 1899   in lüttich (belgien) geboren
1905-1916 volksschule und gewerbe- und fortbildungsschule in bochum
1917-1922 nach kriegsdienst beginn der künstlerischen arbeit, wanderschaft und prägende begegnung mit otto pankok
ab 1923 studium am bauhaus in weimar, vorkurs bei lászló mohaly-nagy, unterricht bei wassily kandinsky und paul klee
1925 geht mit dem allgemeinen umzug des bauhauses als klee-schüler mit nach dessau
1927 heirat mit elise kampfenkel
1928-1930 lehrer am bauhaus, klasse „gegenständliches zeichnen, akt- und figurenzeichnen“
1929-1933 zahlreiche ausstellungen unter anderen in dessau, mehrfach berlin, halle, frankfurt a.m., davos, krefeld
1933 – 1945 öffentliche diffamierung und bedrohung durch die nsdap, werke kommen in die ausstellung entartete kunst (1937); rückzug aus dem öffentlichen leben, tätigkeiten zur existenzsicherung, künstlerische arbeit in der nische, einberufung zum volkssturm
1945-1948 freier maler in berlin
1948 berufung an die pädagogische abteilung der hochschule für bildende künste, berlin
1945 – 1975 große zahl von ausstellungsbeteiligungen in deutschland und im ausland
25.2.1975 stirbt in berlin